Ratgeber Preisfindung

Zu hoch angeboten, weniger erlöst — entscheidend ist, was bei Ihnen ankommt.

Es klingt zunächst plausibel, hoch einzusteigen: nach unten geht immer. Die Zahlen erzählen etwas anderes. Wer realistisch startet, verkauft schneller und bekommt am Ende mehr — wer deutlich zu hoch einsteigt, verliert beides. Hier sehen Sie, warum das so ist.

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Die Zahlen

Was eine Untersuchung von über 1.000 Verkäufen zeigt

Kurz gesagt: Der richtige Angebotspreis liegt nahe am Marktwert. Wer deutlich darüber startet, verkauft nach einer Untersuchung der Kreissparkasse Köln (2023, über 1.000 Verkäufe) im Schnitt später und für weniger — bei rund 20 Prozent Aufschlag nach rund 379 Tagen für rund 85 Prozent des Marktwerts.

Die Kreissparkasse Köln hat 2023 untersucht, wie der Angebotspreis mit dem tatsächlich erzielten Erlös und der Vermarktungsdauer zusammenhängt. Ausgewertet wurden über 1.000 Verkäufe. Das Ergebnis ist eindeutig genug, um es sich zu merken: Je weiter der Angebotspreis über dem Marktwert lag, desto länger dauerte der Verkauf — und desto weniger kam am Ende heraus.

Angebotspreis, erzielter Erlös und Vermarktungsdauer — Untersuchung der Kreissparkasse Köln (2023, über 1.000 Verkäufe)
AngebotspreisErzielter ErlösVermarktungsdauer
rund 5 % über Marktwertnahezu 100 % des Marktwertsrund 63 Tage
rund 10 % über Marktwertrund 97 % des Marktwertsrund 281 Tage
rund 20 % über Marktwertrund 85 % des Marktwertsrund 379 Tage

5 % über Marktwert

Erzielt: nahezu der volle Marktwert.
Dauer: rund 63 Tage.
Ein moderater Verhandlungspuffer kostet praktisch nichts.

10 % über Marktwert

Erzielt: rund 97 % des Marktwerts.
Dauer: rund 281 Tage.
Aus zwei Monaten werden neun — für drei Prozent weniger Erlös.

20 % über Marktwert

Erzielt: rund 85 % des Marktwerts.
Dauer: rund 379 Tage.
Über ein Jahr Wartezeit — und am Ende 15 Prozent unter dem, was möglich gewesen wäre.

Quelle: Untersuchung der Kreissparkasse Köln aus dem Jahr 2023, über 1.000 ausgewertete Verkäufe. Die Prozentangaben zum Erlös beziehen sich auf den Marktwert der Immobilie.

Die Erklärung

Warum Zeit im Immobilienverkauf teuer ist

Ein Angebot bekommt die meiste Aufmerksamkeit in den ersten Wochen. In dieser Zeit sehen es genau die Menschen, die gerade ernsthaft suchen — die Interessenten mit der höchsten Kaufbereitschaft und der besten Vorbereitung.

Liegt der Preis über dem, was der Markt hergibt, passiert in diesen entscheidenden Wochen schlicht nichts. Die gut vorbereiteten Interessenten ziehen weiter. Was bleibt, ist ein Inserat, das Woche für Woche älter wird. Und ein altes Inserat sendet ein Signal, das sich nicht mehr einfangen lässt: Wer später dazukommt, sieht die Laufzeit und fragt sich, was mit dem Objekt nicht stimmt. Aus dieser Lage heraus wird der Preis dann Schritt für Schritt gesenkt — und landet am Ende oft deutlich unter dem, was zu Beginn erreichbar gewesen war.

Der Effekt hat mit dem Objekt selbst nichts zu tun. Dasselbe Haus, mit demselben Zustand und derselben Lage, wäre bei realistischem Start besser weggekommen. Was den Unterschied macht, ist allein die Zahl, die am ersten Tag im Inserat stand — und die Zeit, die danach vergeht.

Welche weiteren Stolpersteine beim Verkauf über den Markt liegen und was beim Direktverkauf daraus wird, zeigt unser Ratgeber zu den typischen Fehlern beim Hausverkauf.

Beim Mehrfamilienhaus

Investoren rechnen — und merken es sofort

Bei Mehrfamilienhäusern ist der Effekt noch ausgeprägter, weil der Käuferkreis ein anderer ist. Wer ein Zinshaus kauft, kauft keinen Wohntraum, sondern eine Rechnung: Kaufpreis im Verhältnis zur Jahresmiete, Zustand der Bausubstanz, anstehende Instandhaltung, Laufzeiten und Höhe der Mietverträge, Energiestandard. Diese Rechnung stellt jeder Investor in wenigen Minuten auf — wie sie funktioniert, können Sie unter Mietrendite berechnen selbst nachvollziehen.

Ein überhöhter Preis fällt darin sofort auf — und führt in aller Regel nicht zu einer Nachverhandlung, sondern dazu, dass gar keine Anfrage kommt. Wer sein Mehrfamilienhaus verkaufen möchte, gewinnt also nichts durch einen hohen Startpreis. Er verliert die Aufmerksamkeit derer, die tatsächlich kaufen könnten. Wie sich der Wert eines Mehrfamilienhauses zusammensetzt, haben wir hier ausführlich aufgeschrieben.

Die richtige Vergleichsgröße

Entscheidend ist, was bei Ihnen ankommt

Die Zahl im Inserat ist nicht die Zahl auf Ihrem Konto. Zwischen beiden liegt einiges — und genau dort entscheidet sich, welcher Weg für Sie wirklich mehr bringt. Rechnen Sie deshalb nicht Angebotspreis gegen Angebotspreis, sondern netto gegen netto.

Provision — beim Zinshaus ungeteilt

Die gesetzliche Teilung der Maklerkosten gilt nur für Wohnungen und Einfamilienhäuser (§§ 656a bis 656d BGB). Beim Mehrfamilienhaus wird frei verhandelt — die Provision kann vollständig bei Ihnen liegen. Bei uns fällt keine an.

Fällig, bevor Geld fließt

Der Maklerlohn ist mit dem Zustandekommen des Kaufvertrags verdient (§ 652 Abs. 1 BGB), also mit der Beurkundung. Der Kaufpreis kommt erst, wenn Vormerkung, Lastenfreistellung und Vorkaufsrechte geklärt sind — typischerweise Wochen später.

Vorkosten

Unterlagen, Energieausweis, Fotos, oft noch Entrümpeln oder Herrichten: Diese Ausgaben fallen an, bevor der erste Euro fließt. Bei uns entfallen Fotos, Exposé, Herrichten und Entrümpeln — wir übernehmen das Objekt, wie es ist. Fehlt ein Energieausweis, kümmern wir uns darum.

Die Monate dazwischen

Jeder Monat Vermarktung kostet: laufende Kosten, gebundenes Kapital, offene Instandhaltung, im Zweifel Mietausfall. Bei uns steht der Termin von Anfang an fest.

Das Standzeit-Risiko

Die Zahlen oben zeigen es: Mit der Laufzeit sinkt der erzielbare Preis — bis auf 85 Prozent des Marktwerts. Beim Direktverkauf gibt es keine Standzeit, die gegen Sie arbeiten könnte.

Von uns bekommen Sie ein klares, schriftliches Angebot mit einer festen Zahl — gekauft wie gesehen, den Sanierungsbedarf kaufen wir mit. Kein Lockangebot, das später einkassiert wird, sondern eine Summe, die Sie ohne Provision und ohne Abzug von unserer Seite einplanen können. Wie sich die beiden Verkaufswege unterscheiden, haben wir hier gegenübergestellt.

Unser Angebot an Sie: Fordern Sie eine kostenlose Einschätzung an. Sie erfahren, was wir zahlen würden — und haben damit eine feste Zahl schriftlich in der Hand. Einschätzung anfordern →

Tayfun Sevgili, Inhaber von Papakaufthaus.de

Geschrieben von Tayfun Sevgili, Inhaber von Papakaufthaus.de

Kauft Mehrfamilienhäuser im Raum Reutlingen und Stuttgart im eigenen Namen — kein Makler. Stand: 29. September 2026

Gepflegtes Mehrfamilienhaus mit Balkonen und Grünanlage — ein Objekt, dessen Wert sich sauber begründen lässt
Entscheidend ist nicht die Zahl im Inserat, sondern der Betrag, der am Ende bei Ihnen ankommt.

Häufige Fragen

Was Eigentümer uns hier oft fragen.

Bringt ein höherer Angebotspreis nicht einfach einen höheren Verkaufspreis?
In der Praxis meist nicht. Eine vielzitierte Untersuchung der Kreissparkasse Köln aus dem Jahr 2023 mit über 1.000 ausgewerteten Verkäufen zeigt ein anderes Muster: Wurde rund 5 Prozent über dem Marktwert angeboten, lag der erzielte Preis nahe am Marktwert und der Verkauf dauerte im Schnitt 63 Tage. Bei rund 20 Prozent über Marktwert wurden am Ende im Durchschnitt nur 85 Prozent des Marktwerts erzielt — bei 379 Tagen Vermarktungsdauer. Der hohe Startpreis hat den Erlös also nicht gehoben, sondern gesenkt.
Warum sinkt der Preis, je höher man startet?
Weil Zeit im Immobilienverkauf gegen den Verkäufer arbeitet. Ein Angebot bekommt die meiste Aufmerksamkeit in den ersten Wochen — dann schauen genau die Interessenten hin, die gerade suchen. Passt der Preis nicht, bleiben die Anfragen aus. Was übrig bleibt, ist ein Inserat, das immer länger online steht. Interessenten, die später dazukommen, sehen die lange Laufzeit und fragen sich, was mit dem Objekt nicht stimmt. Aus dieser Position heraus verhandelt es sich schlecht.
Was ist der Unterschied zwischen Marktwert und Angebotspreis?
Der Marktwert ist der Preis, der sich unter normalen Bedingungen erzielen lässt — eine Einschätzung anhand von Lage, Zustand, Erträgen und tatsächlichen Verkäufen vergleichbarer Objekte. Der Angebotspreis ist die Zahl, die im Inserat steht. Beide dürfen auseinanderliegen, ein kleiner Verhandlungspuffer ist üblich. Entscheidend ist der Abstand: Ein moderater Aufschlag kostet wenig, ein großer kostet Erlös und Zeit.
Gilt das auch für Mehrfamilienhäuser?
Der Mechanismus ist derselbe, der Käuferkreis aber ein anderer. Bei Mehrfamilienhäusern kaufen überwiegend Investoren, und die rechnen: Kaufpreis im Verhältnis zur Jahresmiete, Zustand, anstehende Instandhaltung, Mietverträge. Ein überhöhter Preis fällt in dieser Rechnung sofort auf — und führt nicht zu einer Nachverhandlung, sondern meist dazu, dass gar nicht erst angefragt wird.
Worauf schauen Sie beim Ankauf?
Wir schauen vor allem auf Lage, Mieteinnahmen, Zustand und Mietverträge. Am Ende steht ein klares, schriftliches Angebot mit einer festen Zahl – gekauft wie gesehen, den Sanierungsbedarf kaufen wir mit.
Was bleibt bei Ihnen mehr übrig als beim Makler-Verkauf?
Bei uns gibt es keine Provision, keine Vorkosten und keine Standzeit – der Kaufpreis aus unserem schriftlichen Angebot kommt ohne Abzug von unserer Seite bei Ihnen an.

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